Jazzklub Altenburg
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Kontaktadresse Jazzklub Altenburg c/o Jörg Neumerkel / Rosenweg 7 / 04600 Altenburg

Junges Blut und alte Meister

Jazz zwischen Tradition und Moderne
Jazz I.K. - Para Tox

Ein volles Haus und eine wilde Mischung aus Jazz, Rock und Funk konnte man am vergangenen Samstag in Priems Weindepot am Wagnerplatz erleben. Dorthin hatte der Jazzklub zu seinem zweiten Konzert im Rahmen der 20. Altenburger Jazztage geladen und präsentierte im anheimelnden Ambiente gleich zwei Jazzformationen aus der Region. Zunächst betraten mit „Jazz I.K.“ aus Zwickau drei blutjunge Musiker die Bühne und nutzten in beeindruckender Art und Weise die Chance, ihr Können unter Beweis zu stellen. Ganz schnell stellte sich dabei heraus, dass die Abiturienten mit Gitarre, Bass und Schlagzeug nicht eben mal nur ihre Hausaufgaben aus der Musikschule gemacht hatten, sondern jede Menge Feeling für Bossa Nova, Cool Jazz, Latin und Bebop in ihre musikalischen Werkzeugkoffer gepackt hatten und so dem Geist der alten Meister von Charly Parker bis John Coltrane eine gehörige Frischzellenkur verpassten. Da war fast schon nebensächlich, dass mit Arian Dominiak, Felix Kapplusch und Christian Bekmulin die Gewinner des ersten Preises vom diesjährigen „Jugend jazzt – Sachsen“ auf der Bühne standen.

Wer im ersten Teil des Abends noch zum Rotwein gegriffen hatte, konnte nach der kurzen Umbaupause auf Bier umsteigen. Es wurde um einige Gänge hoch- und von Tradition auf Fusion umgeschaltet. Altgediente Altenburger Jazzenthusiasten kamen zu der Feststellung, dass sie diese Musik schon vor zwanzig Jahren gehört hatten. Und tatsächlich war es so, dass mit „Para Tox“ aus Leipzig hervorragende Vertreter des Fusion-Funkjazz auf der Bühne standen, die eine Stilrichtung des Jazz präsentieren, die in den siebziger-achtziger Jahren aus einer Verschmelzung von Jazz, Rock und Funk entstanden ist. So lieferten Jörg Anders, Frank Nowicky, Wieland Götze, Tom Götze und Ekky Meister in fein ausgearbeiteten Arrangements eine wilde Mischung von der verträumten Ballade alla Sting bis zum groovigen Funk aus den Garküchen von Miles Davis und Herbie Hancook, die es beim Publikum in den Beinen zucken lies. Bemerkenswert waren dabei nicht nur die exzellenten Einzelleistungen mit wunderbaren Solos an Gitarre, Saxophon, Bass, Keyboard und Schlagzeug, sondern vor allem das intuitive Zusammenspiel mit sanften Soundteppichen, beißenden Riffs aus Saxophon und Gitarre und akrobatischen Rhythmuswechseln. Ein Konzept was immer wieder fasziniert und mit 20-30 Jahren keinesfalls alt sondern immer wieder jung und frisch ankommt. Wunderbar!

Im nächsten Konzert lässt der Jazzklub nach den afrikanischen Wurzeln der improvisierten Musik suchen und bringt am 21.11. mit dem Trompeter Terrence Ngassa Ethnojazz aus Kamerun in den Bachsaal des Altenburger Schlosses.

Jörg Neumerkel

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