


Recherchiert man ein wenig im Internet, so erfährt man, dass das Hackbrett über viele Jahrhunderte in der Schweiz verboten war, weil sein rhythmischer obertonreicher Klang als stimulierend und damit anzüglich empfunden wurde. Das Kanton Appenzell rebellierte gegen das kirchliche Dekret. Und so wurde das Instrument mit seinen je nach Bauart ca. 100 Saiten, die mit Ruten geschlagen werden, im Appenzeller Land heimisch. Welche Klänge man aus so einem Appenzeller Hackbrett „herausschlagen“ kann und was an jenen Klängen so stimulierend ist, beantwortete das vom Jazzklub präsentierten Konzerts mit dem Gilbert-Paeffgen-Trio am vergangenem Samstag im Bachsaal des Altenburger Schlosses. So wurden vom eigentlich klassischen Pianotrio mit Schlagzeug und Bass eben nicht die üblichen Jazzstandards geboten, sondern ein Sound, der von den treibenden und zuweilen recht dominanten Bassläufen des Urban Lienert, dem innovativen Treiben eines die Klangvielfalt des Bachsaalflügels ausschöpfenden Hans Peter Pfammatter und einem zwischen filigranen Schlagzeugspiel und den sphärischen Klängen des Hackbretts wechselnden Gilbert Paeffgen geprägt war. Problemlos schaffte es das Trio, die Besucher in den Bann zu ziehen und mit einer grenzüberschreitenden Mischung Schweizer Kreativität zu verwöhnen.
Im nächsten Konzert der Altenburger Jazztage kann man sich auf die Spuren von Chet Baker begeben und gleichzeitig zwei der hoffnungsvollsten Nachwuchstalente des Deutschen Jazz erleben. Mit „Remember Chet“ präsentieren die Brüder Julian und Roman Wasserfuhr am 15.11.08 wiederum im Bachsaal des Altenburger Schlosses ihrer Hommage an den bekannten amerikanischen Trompeter.
Jörg Neumerkel

© Jazzklub Altenburg 2009