


Altenburg (JN). Die musikalische Vielfalt von Jazz ist wahrscheinlich unendlich und eins wurde am vergangenen Samstag im Altenburger Lindenau-Museum recht schnell klar. Christy Doran's New Bag reizt diese Weiten aus und ist damit in keine Rubrik einzuordnen. Was die Schweizer Musiker um Gitarristen und Bandleader Christy Doran im wahrsten Sinne des Wortes überquellenden Ausstellungsraum und damit überaus gut besuchten Konzert boten, war eine Mischung aus hochexplosiven Rhythmen und organisiertem Chaos. Konnte man in einem Moment rockige Elemente ausmachen, waren im nächsten schon wieder afrikanische Tanzrhythmen zu hören, Technobeats wechselten sich mit Klängen aus der Schwermetallecke ab und zweifelte man daran, dass die Musiker bis zum Ende des Stückes zueinander finden, wurde man im nächsten Moment mit unisonem Klang eines Besseren belehrt. Neben Pianisten Hans-Peter Pfammatter, Schlagzeuger Fabian Kurati und Bassisten Wolfgang Zwiauer war es vor allem der ins Zentrum gerückte Vokalist Bruno Amstad, der mit Obertonstimme, allerlei Stimmenzauberei aber eben ohne eigentlichen Text beeindruckte. Das war nicht nur ein lauer Fön, der da aus dem Alpenland herüber wehte, sondern ein Orkan, welcher einerseits der kompositorischen Feder Christy Dorans entstammte, aber vor allem durch die Professionalität der Musiker, deren Ideenreichtum und einem geradezu perfekten Zusammenspiel getragen wurde. Wer sich also gelegentlich gern in die frei improvisierten Spielrichtungen des Jazz mitnehmen lässt und auf knallige Rhythmen weltmusikalischen Ursprungs oder einfach nur klassischer Standards nicht verzichten will, war hier an der richtigen Stelle. So gesehen, passte das vom Jazzklub präsentierte Konzert wieder gut zum Veranstaltungsort, in diesem Fall zwischen die Bilder des eine Woche zuvor mit dem Gerhard-Altenbourg-Preis ausgezeichneten Lothar Böhme.

© Jazzklub Altenburg 2009